
via peacay von BiblioOdyssey, Original anscheinend von K. Lehmann-Dumont; Leutert & Schneidewind, Dresden, 1914.
Deutschland. Der deutsche Michel hat ĂŒber seine ZipfelmĂŒtze den Kriegshelm gestĂŒlpt und reckt und dehnt sich mit aller Kraft, hat den Franzosen bereits am Kragen und verhaut dem russischen BĂ€ren gehörig das Fell. Der Reichsadler lĂ€Ăt aus dem deutschen Bienenkorb seine Bienen in ĂŒberraschender Zahl auf die Feinde los.
Ăsterreich-Ungarn kĂ€mpft schneidig gegen RuĂland und Serbien und tritt Montenegro auf den RĂŒcken. Begeistert und einig rĂŒcken alle seine Völker dem russischen Popanz auf den Leib.
Frankreich im RĂŒckzuge ruft England um Hilfe, seine Turkos bitten um Pardon, wĂ€hrend der gallische Hahn nach dem Rezept 1870/71 von Siegen krĂ€ht.
RuĂland mit der Kokarde "Friedensengel" reiĂt sein Maul grĂ€ulich auf, um Deutschland und Ăsterreich zu verschlingen, schwingt die Wutky-Flasche und die RevolutionsgeiĂel, wĂ€hrend die deutschen "Insekten" ihm auf den hohlen Zahn fĂŒhlen und den Giftzahn ausbrechen. Der russische BĂ€r, welchem nach dem deutschen Bienenkorb gelĂŒstete, wird von den Bienen vertrieben, wĂ€hrend der Pole ihm den Buckel herunterrutscht und Finnland nach einem Befreier ruft.
England, nachdem es auch Ăgypten zur KriegserklĂ€rung veranlaĂte, macht, auf seinen GeldsĂ€cken stehend, zum ersten Mal Bekanntschaft mit der gepanzerten Faust. Die indische Schlange verursacht seiner Bulldogge Luftbeschwerden und Irland sucht den gedrehten Strick zu durchschneiden.
Belgien, dessen Bevölkerung sich als giftige Kröte erweist, ist bereits von der deutschen Stecknadel aufgespieĂt, um der deutschen Sammlung einverleibt zu werden.
Serbien, das mit seiner Mordbombe den Weltkrieg entflammte, krĂŒmmt sich, an beiden Ohren vom österreichischen Doppeladler gepackt.
Montenegro. Der dicke Nikita kĂ€mpft leichtsinnig gegen Deutschland und Ăsterreich-Ungarn und empfĂ€ngt erfreut den russischen Rubel dafĂŒr.
Italien, an den Dreibund-Vertrag gebunden, wartet in seinem Stiefel gerĂŒstet und mit Sardinen verproviantiert die Zeit seines Eingreifens ab.
Spanien. König Alfons zĂ€hlt seine Kriegskasse, seine Familie ist gegen unnĂŒtze Ausgaben, wĂ€hrend Ritter Don Quichote schon begeistert seine Lanze schwingt.
Portugal lehnt sich gemĂŒtlich, die Kriegsberichte lesend, an Spanien an.
Holland wird unhöflich beim FrĂŒhstĂŒck gestört, indem ihm eine verirrte Bombe in die Kakao-Tasse fĂ€llt.
DĂ€nemark sorgt friedlich fĂŒr Butterlieferungen nach Deutschland, die Bajonettspitze von 1864 hat Schutzvorrichtung.
Norwegen, als Germanenfreund und -Bruder klatscht uns Beifall.
Schweden beobachtet eifrig und gerĂŒstet die VorgĂ€nge in RuĂland.
Die Schweiz sieht dem Weltbrand in aller Behaglichkeit zu und bildet bereits ein Asyl fĂŒr obdachlose russische GroĂfĂŒrsten.
RumÀnien schmiedet sich energisch sein Schwert.
Bulgarien. Ferdinand wischt eifrig seinen vom Balkankrieg noch blutigen SĂ€bel ab.
Griechenland mit dem eroberten StĂŒckchen TĂŒrkei ĂŒberlegt sich schlau sein weiteres Verhalten.
Albanien. Die "Kommission" verharrt abwartend im stillen Gebet.
TĂŒrkei. Der im Balkankrieg verwundete Sultan ruht sich auf seinem Krankenlager aus, ist aber nicht abgeneigt, RuĂland ein Licht aufzustecken, welches auch das sĂŒdrussische PulverfaĂ zur Explosion bringen wĂŒrde.
Japan wird von England auf das europÀische Kriegstheater gezogen und fletscht grimmig seine RaubtierzÀhne gegen Deutschland.